Es tut wieder weh.

Ein wenig erschöpft lasse ich meine Jacke auf unsere Couch fallen und setze mich, nachdem ich vier Stunden mit meiner Mutter im Krankenhaus gewesen bin, auf den ersten bequemen Platz. Ich greife nach meinem Handy. 'Bestimmt keine Nachrichten', denke ich, doch als das grüne Licht blinkt, entsperre ich das Telefon und schaue auf die Namen von denen die mir geschrieben haben, einer davon ist Carlas. Bevor ich ihr antworte schaue ich die anderen Nachrichten durch und antworte, ohne wirklich mitzubekommen was ich denn eigentlich schreibe. Seufzend tippe ich wieder auf Carlas Nachricht und beim Lesen zucke ich ein wenig innerlich zusammen. "Also da Selen bald Geburtstag hat, wollte ich dich und Celia fragen, ob wir nicht ein Geschenk zusammen kaufen wollen, vielleicht was Besonderes?" Zögernd antworte ich, dass ich schon ein Geschenk habe, aber wir das trotzdem machen können. Doch ich will nicht. Ganz und gar nicht. Die Gründe sind lächerlich, doch für mich vollkommen akzeptabel. Ich habe meinen Geburtstag nicht gefeiert. Selen auch nicht. Sie wussten, dass ich Geburtstag habe und sie wissen, dass Selen Geburtstag hat. Am Ende waren sechs Freundinnen, an meinem Geburtstag, bei mir. Obwohl ich nicht wollte, obwohl ich meinen Abend weinend im Bett verbringen wollte, weil es mir einfach nur schlecht ging. Aber das konnte ich ihnen ja schlecht sagen, Leuten, denen ich kaum vertraue und trotzdem seit Jahren mit ihnen befreundet bin.


Es ist einfach traurig, frustrierend zu wissen, dass sie jetzt etwas für Selen machen wollen, dass für alle Leute immer ein Aufstand gemacht wird, aber bei mir? Na ja, Carla hatte mir einen Gutschein geschenkt gehabt, doch eigentlich schon zu Weihnachten und der funktionierte dann nicht. Und Celia hatte mir einen Kuchen gebacken. Wow, damit ich noch fetter werde oder wie? Lilly hatte mir ein schönes Parfum geschenkt. Lillys Geschenk war eigentlich das, was mich am meisten gefreut hat. Aber eigentlich geht es mir nicht um die Geschenke, sondern darum, ob sie sich Gedanken über ein Geschenk machen. Allein, dass sie darüber nachdenken, das wäre es gewesen, was mich gefreut hätte. Aber irgendwie bin ich nicht wichtig genug. Für wen bin ich das schon? Meine Freunde hier, die ich jeden Tag in der Schule sehe, machen mich eher traurig als glücklich. Das sollte nicht so sein, oder?

1 Kommentar:

  1. Nein, das sollte nicht so sein.
    Mir geht es aber nicht anders, ich verstehe dich.

    AntwortenLöschen