#3

"Kalea, was ist los?", fragt Celia. Ich schüttle den Kopf. Immer und immer wieder werde ich gefragt, was los sei. Meine Antwort? Nichts. Nichts ist los. Es ist alles in bester Ordnung. Ich habe mich nur in den Schlaf geweint, mir Gedanken über Helena gemacht, wie unwichtig ich ihr wohl sein muss. Ein Jahr haben wir uns nicht gesehen. Sie sollte am Wochenende kommen. Doch nein, ihr Freund ist wichtiger. Sie fährt lieber zu ihm. "Kalea, ich muss mit dir sprechen.", sagt Haily. "Was ist los?" Ich bin irritiert von ihrem Gesichtsausdruck. "Ich mache mir Sorgen um dich wegen.." "Es ist nur zu warm zum Essen. Ich esse nachher.", unterbreche ich sie. Das stimmt wirklich. "Nein, nein, das meine ich nicht. Was war heute morgen los? Du sahst traurig aus und.. und fertig." Fertig bin ich immer noch. Die schlaflose Nacht sieht man mir deutlich an. Geschwollene Augen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen. Die Hitze trägt ihren Teil dazu bei. "Es ist nichts los. Wirklich. Mir geht's prima.", sage ich und lache sie als Beweis an. "Bitte Kalea, dann sag wenigstens, dass du nicht darüber reden möchtest." "Es ist aber nichts los. Ehrlich, Haily!" Das geht die ganze Pause so. Wenn ich anfangen würde zu reden, würde ich heulen. Heulen wie ein kleines Kind. Und ich will nicht mehr so sein. Nie mehr.

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