Ich rede entweder sehr wenig oder sehr viel. Denn meistens habe ich nicht viel zu sagen, vielleicht aber möchte ich nichts sagen. Doch wenn mir dann etwas erzählenswertes passiert, dann rede ich wie ein Wasserfall, das hält ungefähre zwei bis drei Minuten an. Das ist selten und so rede ich nur mit einer Freundin. Das Reden an sich macht mir Spaß, wenn mir wenige Leute zuhören, besser noch, niemand. Dann kann niemand etwas falsch verstehen, ich muss mich nicht für irgendetwas rechtfertigen.
Ich rede gerne im Deutschunterricht. Meine Hausaufgaben sind immer gemacht, meine Lehrerin ist oft begeistert, wie sie sagt, von mir. Ich bin gut, das weiß ich. Und ich bin stolz darauf in wenigstens einer Sache gut zu sein. Mein Selbstvertrauen ist für eine kurze Weile zu spüren, ich lache und freue mich wenn ich ein Kompliment bekommen habe, doch dann trägt jemand anderes seine sehr gute Hausaufgabe vor. Dieser Jemand bekommt ebenfalls ein Kompliment und mein zerbrechliches Selbstvertrauen liegt in Scherben vor mir. Und dann möchte ich nicht mehr reden.
Dieser Deutschunterricht ist das Leben. Wenn ich eine Sache gut mache, kommt jemand anderes, macht es besser und ich bin uninteressant.
ich finde es beeindruckend, dass du so ehrlich bist. darum beneide ich dich gerade in diesem moment. und doch solltest du an deiner eigenen einzigartigkeit nicht zweifeln, niemals. einverstanden? versuch es wenigstens. das würde mir und dir ein lächeln auf die lippen zaubern. in drei, zwei, eins... !
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