- Fortsetzung -
Wieder und wieder kommt das Gefühl hoch, ein Fehler zu sein, ständig alles falsch zu machen. Ich möchte mir weiter wehtun, das würde alles im Moment erträglicher machen. Dann würde ich es wenigstens spüren. Selen und ein anderes Mädchen aus meiner Klasse setzen sich zu mir. "War die Arbeit denn so schlecht?" Schlecht ist untertrieben. "Ja, ich habe die...die schlechteste Arbeit geschrieben." Ich bin verzweifelt, das bin ich wirklich. Du wirst das Jahr eh nicht schaffen, ruft es in mir. "Aber du bist doch in Englisch und Deutsch gut, kannst du damit etwas ausgleichen?", fragt mich Selen. "Wow, ich kann keine acht Fächer damit ausgleichen!" "Du hast aber noch andere Talente, die kann man nicht in Noten messen.", meint das blondgelockte Mädchen neben mir. Ihre Hand streicht in meinem Rücken hoch und runter, sie versucht mich zu trösten, sie ist süß und in diesem Moment bin ich ihr sehr dankbar dafür. Celia hatte sich am Anfang der Pause verpisst gehabt. Ich lasse mich darüber aus, dass mir diese Talente im Abitur nichts bringen werden, dass es eigentlich keine Talente sind. Dass ich nichts habe, woran ich mich klammern kann. "Warum machst du dich denn jetzt so fertig?", fragt Selen nach.Weil es das ist, was ich verdiene, das ist was ich bin, das ist einfach so, ich bin so dumm, nicht jeder kann Talente haben, es muss auch talentlose Menschen geben, das Glück hat eben mich getroffen. "Ist einfach so.", murmle ich stattdessen.
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