#24
"Ich will noch nicht nach Hause. Und wie ist es mit dir?", fragt mich meine Mutter, als wir die Treppen herunterlaufen und durch die kreisförmige Tür gehen. "Nein, ich will nicht nach Hause. Zu viel Alltag.", nuschle ich und drehe mich nach oben, um meiner Oma zum Abschied zu winken. Ich sehe wie sie ihre Hand bewegt, zurück winkt und muss unwillkürlich lächeln. Wir steigen in das graue, glänzende Auto meiner Mutter und fahren hinein in die Stadt. In jedes Auto, in jeden Bus schaue ich, aus Angst ihn zu sehen. Aus Angst in seine Augen schauen zu müssen. Diese Angst verfolgt mich, hält sich an mir fest, krallt an mir. Sie will nicht verschwinden, so sehr ich sie auch anbettle. Doch es ist unmöglich, ich spüre ihre Präsenz. Jeden Tag, sobald ich einen Fuß vor die Haustür gesetzt habe. Dann ist sie da. Und sie flucht. Meine Angst keift mich an, sie zerrt an mir. Ich habe Angst das Haus zu verlassen. Und tue es doch, jeden Morgen. Und immer wenn ich ihn sehe, bereue ich es an jenem Morgen aufgestanden zu sein. "Willst du nur in den Buchladen?", reißt mich die Stimme meiner Mutter aus meinen immer mehr abschweifenden Gedanken. Ein wenig erschrocken fahre ich durch den Klang ihrer Stimme hoch, und nicke. "Ja, nur in den Buchladen." Auf dem Weg, quer durch die Stadt, schüttet sie mir ihr Herz aus. Das einzige was ich dazu sagen kann ist "Männer sind nun einmal Arschlöcher" und bejahe an den passenden Stellen ihre Aussagen. Was bist du nur für eine Tochter?, schießt es durch meinen Kopf, nicht einmal zuhören kannst du! "Ich ruf dich an, sobald ich hier vorne stehe." "Mhm." Voller Vorfreude, die ich jedes Mal empfinde, wenn ich einen Laden, vollgestopft mit Büchern betrete, laufe ich gezielt zu dem hintersten Regal, ziehe eilig ein Buch hervor und setze mich auf einen der roten Lederpolster. Ich schlage die Seite auf, an der ich das letzte Mal aufgehört hatte, und fange an zu lesen. Hastig verschlinge ich die bedruckten Seiten, jedes einzelne Wort präge ich mir ein. Allmählich genervt von zwei aufgetakelten Mädchen, deren hohen Stimmen man meterweit hören kann, ziehe ich mein Handy aus der Hosentasche und schaue nach der Uhrzeit. "3 entgangene Anrufe", leuchtet es auf meinem Bildschirm. "Unbekannt" Haha, du wurdest abgewiesen, denke ich gehässig, doch mir wird klar, dass es nur eine Person sein kann. Scheiße, scheiße, scheiße. Verschwinde, verpiss dich einfach nur aus meinem Leben. Ich ertrage dich nicht!
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ich kenne diese angst, "ihn" irgendwo zu sehen.
AntwortenLöschenhttp://efeuimhaar.blogspot.com/
ich würde an deinem Header nur die schrift verändern ;) ♥
AntwortenLöschenes ist schwer, sich selbst etwas vorzumachen..
AntwortenLöschendas liebste nur für dich, kalea♥
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