Wir betreten die geräumige Stadthalle. Die ersten Menschen stehen vorne an der Bühne, wir stellen uns dazu, nach vorne. Wir warten, reden, lästern. schauen, ob wir bekannte Gesichter erkennen. Ein paar Leute aus der Schule, Marlons Freundin ist auch da. Vor uns, inmitten der wachsenden Menge, sitzen zwei Mädchen, vielleicht fünfzehn oder sechzehn Jahre jung. "Entweder die stehen auf, oder aber ich spucke ihnen auf den Kopf!", flüstere ich Selen zu. Sie muss lachen. "Lass es!", sagt sie kichernd. Über eine Stunde müssen wir warten bis endlich die erste Band auf die Bühne kommt. Sie fangen an zu singen, die Menge singt mit. Ich schreie lauthals mit. Laut. Der Sänger tanzt auf der Bühne hin und her und singt seine Songs. Bei dem letzten Lied sind alle wach. Es wird gefeiert. In der Pause wird Wasser verteilt und Mädchen werde aus der Masse getragen. Die Luft ist feucht, jeder schon nass geschwitzt. Im Licht sieht man die glücklichen, vor Schweiß glänzenden Gesichter. Die Hauptband tritt auf die vergrößerte Bühne. Alle Menschen in der stickigen, heißen Halle schreien auf, schreien ihnen zu. Wir lachen, lachen so laut, lachen die ganze Zeit. Singen mit, wir springen auf und ab, immer weiter. Ich merke, wie nach der Hälfte des Konzertes meine Kräfte schwinden. Der Schwindel überfällt mich wie ein gieriges Tier, ich sehe nichts mehr und mir ist schlecht. Egal, denke ich und schreie weiter mit, juble und feier mein Leben. Doch es wird immer heißer, die Luft wird dicker. Selen und ich haben zwei Schluck Wasser abbekommen, doch das hat nicht viel gebracht, wie ich jetzt merke. Eine Zeit lang überlege ich was ich tuen soll. Rausgehen oder hierbleiben. Beides werde ich bereuen. Selen habe ich schon seit dem Beginn nicht mehr gesehen, sie ist weiter vorne. Direkt vor mir steht ein großer, kräftiger, aber schlanker Mann. An ihm komme ich sicherlich nicht vorbei. Taumelnd bahne ich mir meinen Weg aus dem Tumult. Meine Ellbogen kommen zum Einsatz, kämpfe mich durch. Doch anscheinend ist es jedem recht, wenn weniger Menschen im Raum sind, denn jeder lässt mich durch. Leider. In meinem Kopf hämmert es. Sofort setze ich mich auf den kalten Steinboden, stütze meinen Kopf gegen die Knie und fächer mir Luft mit einer zerknitterten Broschüre zu. Eine Frau von der Security komm auf mich zugelaufen. Bitte geh weg!, schreit alles in mir. Niemand soll mich so sehen; verschwitzt, fertig, aufgelöst. "Ist alles okay bei dir?", fragt sie besorgt. Ha, besorgt. Das ist ihr Job, denke ich. "Wasser!", stoße ich hervor. "Nur Wasser!" Kurz verschwindet sie, kommt jedoch wieder. "Wasser habe ich jetzt nicht, aber dort hinten sind die Sanitäter, die müssten welches haben. Schaffst du es allein? Ich kann aber auch jemanden holen.", erzählt sie mir. Sie klingt so gestresst. Ich nicke, sage, dass ich es alleine schaffe. Doch habe nicht vor mich von der Stelle zu bewegen, ändere meine Meinung aber schnell, als mein Kopf schneller pocht und das gierige Tier mich mit dem Schwindel überfällt. Ich tapse unbeholfen los, in die Richtung welche die Security-Frau mir gezeigt hat. Ein Mann steht mir gegenüber, vielleicht Mitte zwanzig, kurze, zerzauste braune Haare, graue Augen. "Wasser?", japse ich. "Komm mit mir, dann bekommst du Wasser.", sagt er freundlich. Er läuft zu einem Kollegen, der kommt zu mir, sagt, ich solle mich auf die Trage setzen. Ich tue was er sagt. Wow, der ist ja noch hübscher als der andere, denke ich verblüfft. Nur ich denke an so etwas in solch einer Situation. Mit einem Lächeln im Gesicht erklärt er mir, dass er meinen Puls messen wird. Er legt mir das breite Band um den Arm, und drückt auf die Pumpe. Nie habe ich verstanden wie das Ding funktioniert. Dann bekomme ich einen Becher voll mit kühlem Wasser. Gierig trinke ich ihn leer, stelle den Becher neben mir ab.Ich muss ruhiger werden muss, soll mich hinlegen. Doch mir schießen die Tränen in die Augen, ich fange an zu weinen, ich will weg hier. Mein Gesicht kribbelt, als laufen tausende Ameisen auf ihm herum. Schreien will ich. Der Sanitäter legt mir eine Hand auf die Schulter, beruhigt mich, spricht ganz langsam mit mir. Allmählich wird mein Weinen zu einem leisen Schluchzen. "Sehr schön, bleib einfach hier liegen. Meine Kollegin stellt dir gleich noch ein paar Fragen." Kaum ist der Sanitäter verschwunden, kommt die nächste Frau. Sie fragt nach meinem Namen, Alter, Straße und allem was dazu gehört. Geduldig beantworte ich ihr Fragen mit zitternder Stimme. Auch sie verschwindet. Ich fange an in meinem dünnen T-Shirt zu frieren, der Schweiß klebt an mir wie Dreck! "Dir ist kalt, oder?", fragt mich eine helle, warme Stimme. Erschrocken schlage ich meine Augen auf, und schau in die wohl blauesten Augen die ich je gesehen habe. Er sieht jung aus, wie das ganze Team, blonde Haare, mit einem kupferfarbenen Stich. Er legt mir eine Decke über, langsam wird mir wärmer. Mit einer Hand auf meinem Knie setzt er sich kurz zu mir. "Kannst du aufstehen?" Stumm nicke ich. Er hilft mir beim Aufstehen, stützt mich und ich stolpere zu einer anderen Trage. Prompt stoße ich gegen sie, dann sacke ich zusammen. Hastig lege ich mich hin, er deckt mich zu. Meine Augen sind geschlossen als mein Handy vibriert. "Ja?", krächze ich in das Mikrofon. "Wo bist du?" Selen. "Hinten. Bei den Sannis.", antworte ich. Sie legt auf. Menschen schwirren um mich herum, fragen, ob es mir besser geht. Ich schüttel einfach nur den Kopf. Als ich Selen sehe, winke ich mit meinem Arm. Ein dicker Security-Mann will sie erst nicht durchlassen, doch als er mich sieht lässt er sie durch. Kaum sitzt sie neben mir, vibriert mein Handy erneut. "Hey, Mama", rufe ich betont fröhlich. Sie erkundigt sich, ob alles okay ist. Ich bejahe ihre Fragen, dann lege ich auf.

DIe sind aus so nem No name laden bei mir (ich hab Glueck und hab massenhaft von den Laeden..LOL) Irgendwie haben die immer die schoensten Sachen xD
AntwortenLöschen(Sry fuer die spaete Antwort)
Ich habe dir eine Blogaward verlihen.
AntwortenLöschenFinde deinen Blog einfach soo toll <33
welches Konzert? ;D
AntwortenLöschenich mag deinen blog :)) habe ihn bei svz gefunden :D
AntwortenLöschenhttp://mylife-zarah.blogspot.com/
Hallo,
AntwortenLöschenIch würde gerne deinen Blog vorstellen. Darf ich eine Teil deines textes dazu verwenden ? (:
lg